Duo trifft Freunde

Vor einigen Tage durfte ich dem zweiten Release „Clara Park“, vom Duo Stiehler/Lucaciu entgegenhören. Das erneut auf dem Leipziger Jazzlabel  „Egolaut“ erschiene Werk handelt innerhalb fünf Titel von Parks in Leipzig, dem Dichter Rainer Maria Rilke, einem tanzenden Roboter und dem gegenwärtigen Umfeld der beiden ausgebildeten Musiker.

Der Clara Park ist eine „Spielewiese“ , nicht nur für Jazzmusiker, der inmitten Leipzig‘ gelegene Park ist im Sommer Treffpunkt junge Menschen. In Musik harmonisiert dieses zügellose Leben mit dem Einkehren in die natürliche Ruhe. Dafür sorgen die ersten paar Sekunden, wummernde Bassschläge des Gastmusiker Alexander Binder, in Routine setzt Lucacius Saxophon ein. Im Lauf der verhältnismäßig kurzen Laufzeit verbinden sich die leichten Pianoschläge im Hintergrund zur perfekten Fusion. Folgend spielt uns „Hallo Frühling“ klassisch den April vor.

„Märchen von der Wolke“ mein Favorit, zum zurücklehnen, geniessen – schwer aus dem Kopf zu verbannen. Dieses Stück Musik ist dem Dichter Rainer Maria Rilke aus dem nicht so weiten Prag gewidmet. Das vertonte Gedicht seht ihr unten. Ich finde nach dem lesen erkennt man sofort die Symbiose zwischen Gedicht: „mildem Tone“ , „Goldmelone“….. und dem komponierten Stück Jazz.

 

Der Tag ging aus mit mildem Tone,
so wie ein Hammerschlag verklang.
Wie eine gelbe Goldmelone,
lag groß der Mond im Kraut am Hang.

Ein Wölkchen wollte davon naschen,
und es gelang ihm, ein paar Zoll
des hellen Rundes zu erhaschen,
rasch kaut es sich die Bäckchen voll.

Es hielt sich lange auf der Flucht auf
und sog sich ganz mit Lichte an,
da hob die Nacht die goldne Frucht auf
Schwarz ward die Wolke und zerrann.

(Rainer Maria Rilke (1875 -1926)

Wie auffällig  auf der ganzen EP sind die Lieder am besten einzeln zu hören, da sie selten übereinstimmen und unterschiedlich agieren. Wie auch das folgende Stück „Roboterklaus“ , das beinahe psychedelisch beginnt und nach einigen Redewendungen in tanzbaren Rhytmen zwischen Bass, Saxophon und Klavier landet. Die sächsische Kreisstadt „Plauen“ meint es wieder etwas ruhiger und lässt die kurze Spielzeit optimal enden. Auch wer jetzt erst zurückschreckt, und Hilferufe Richtung „Jazz“ aussendet sollte sich diese 1/4h gönnen. Ich glaube hier macht es einfach die Mischung zwischen Klassik, Elektronik und jugendlicher Leichtigkeit. Die beiden Berufsmusiker kann man auch auf ihrer „Duo trifft Freunde“ (u.a mit Clueso, Max Prosa und Ryo) durch Deutschland beobachten – einfach mal hier reinschauen: http://www.stiehler-lucaciu.de/2012.html.

zum reinhören und kaufen:

*Artikelbild von Dirk Rauscher

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